Zwei Wochen mit dem Voyager 860 im Mai 2018


Meine Frau und ich, beide schon jenseits der 50, hatten uns für dieses Jahr zum ersten mal einen Bootsurlaub vorgenommen. Und nach dem Motto, Wenn schon, denn schon, haben wir auch direkt zwei Wochen geplant. Etwas aufgeregt kamen wir am Donnerstag den 17 Mai am Bolter Kanal an. Nach einer sehr guten theoretischen und praktischen Einweisung und nach Erledigung der notwendigen Formalitäten stachen wir dann in See. Ich merkte schon bei der Einweisung, dass mir das Steuern des Bootes irgendwie im Blut liegt. Jedenfalls hatte ich keine Probleme beim Ab und Anlegen und auch die Richtung halten fiel mir nicht schwer. Wir hatten unsere Falt E-bikes mitgenommen und konnten diese gut auf dem Vorschiff an der Reling verzurren.



Zuerst fuhren wir bei leichten Wellen über die Müritz an Rechlin vorbei durch den Kanal Richtung Mirow. Hier wollten wir am Abend noch die dortige Schleuse passieren. Gegen 18:30 Uhr als wir dort ankamen, hatte die Schleuse den Betrieb leider schon eingestellt. So mussten wir am Warteplatz für Sportboote übernachten, was aber auch ohne Landstrom kein Problem war. Mit eingeschalteter Heizung verbrachten wir eine ruhige erste Nacht an Bord.

Am nächsten Morgen ging es nach einem geruhsamen Frühstück zur ersten Schleusung. Das Einfahren und Festmachen in der Schleuse war kein Problem. Hier waren die Hinweise und Tips, speziell bei der praktischen Einweisung, sehr Hilfreich. Danach ließen wir Mirow zunächst links liegen. Hier wollten wir auf dem Rückweg halt machen.

Leider war das Wetter an diesem Tag noch nicht so gut. Das änderte sich aber grundlegend an den folgenden Tagen.

Durch idyllische Kanäle und vorbei an oft unberührter Natur fuhren wir über den Zotzensee den Mössensee, den Vilzsee, durch die Schleuse Diemitz, den Labussee, durch die Schleuse Canow in den Canower See.




Im darauffolgenden Pälitzsee bogen wir ab in Richtung Rheinsberg. Die Schleuse Wolfsbruch war die erste Selbstbedienungsschleuse. Hier hält man sich an die Anweisungen auf einem Tableau. Die Bedienung ist denkbar einfach und die eigentliche Schleusung läuft dann vollautomatisch ab. Beim ersten mal muss man sich aber trotzdem mit der Funktionsweise erst einmal vertraut machen. Meistens sind ja noch andere Boote an der Schleuse. Wir waren jedoch alleine und hatten den Dreh schnell heraus , bzw. die richtigen Hebel gefunden.



Vorbei an der Marina Wolfsbruch erreichten wir am späten Freitag Nachmittag den Stadthafen von Rheinsberg.




Hier gefiel es uns so gut, dass wir beschlossen zwei Nächte zu bleiben. Waren wir am Freitagabend noch alleine an unsrem Steg, sollte sich dass am folgenden Pfngstwochenende schnell ändern.

Am Samstag nutzten wir unsere Fahrräder für eine Radtour durch und rund um Rheinsberg. Da zu meinen Hobbys auch das Erstellen von Luftbildern mit einem Quadrokopter gehört, nutzte ich die Gelegenheit am Abend gegenüber des Schlosses zu starten und einige Luftbilder zu machen.




Das Schloss Rheinsberg bot sich besonders für solche Bilder an. Aber auch der Rheinsberger Stadthafen, der sich am Pfingstsamstag deutlich gefüllt hatte.





Am Pfingstsonntag fuhren wir weiter. An solch einem Tag kann es dann auch mal Staus an den Schleusen geben. Aber wir waren ja auf Urlaub und nicht auf der Flucht. So entschlossen wir uns, eine Nacht in Priepert zu bleiben, wo man im Hafenlokal lecker essen kann.


Am Montag dann weiter über den großen Priepertsee, die Obere Havelwasserstraße,vorbei an Wesenberg über den Woblitzsee, den Kammerkanal und Zierker See nach Neustrelitz. Der Stadthafen hier ist wirklich ein Schmuckstück.



Hier nutzten wir am nächsten Tag wieder unsere E-bikes für eine Radtour um den Zierker See und die Erkundung von Neustrelitz. Die Stadt hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten.




Am späten Nachmittag brachen wir dann noch auf, um an der Marina Wesenberg die Nacht zu verbringen.

Dabei entstehen dann so schöne Stimmungsbilder wie dieses.




Nach einem Telefonat mit der Basis am Bolter Kanal, wo wir uns noch einmal über unseren vermuteten Gasvorrat erkundigten, stand unser nächstes Ziel Fürstenberg fest. Der Weg führte uns über die Havel, den Wagnitzsee, den großen Priepertsee, den Ellbogensee, den Ziernsee, Menowsee, die Schleuse Steinhavel und den Röblinsee zur Schleuse Fürstenberg, die wir noch passierten um dann am Stadtanleger Fürstenberg zu übernachten. Hier war am selben Tag noch Zeit die Umgebung noch etwas mit den Rädern zu erkunden und unseren Proviant für das Frühstück und Getränke im Supermarkt aufzufüllen.




Am nächsten Morgen, es war inzwischen Donnerstag, und wir waren genau eine Woche unterwegs, machten wir uns wieder auf in Richtung Müritz. Durch das gute Kartenmaterial an Bord, bei dem die Wasserwege mit Kilometerpunkten markiert sind, kann man sehr gut die voraussichtliche Fahrzeit zum nächsten Zeil kalkulieren. So fuhren wir ganz gemütlich, die Natur genießend, bis Canow, wo wir die nächste Nacht verbrachten.


Beim Frühstück am nächsten Morgen hatten wir einen Zuschauer neben an, den wir in aller Ruhe vom Boot aus beobachten konnten.










Unser nächstes Ziel war Mirow. Hier machten wir am Abend im Hafen an der Schlossinsel fest. Der Hafenmeister hatte uns schon gesehen und leitete uns an die passende Anlegestelle. Hier kam uns besonders der geringe Tiefgang des Voyagers zu gute. So konnten wir im Innenbereich festmachen, denn die Außenanleger waren schon belegt. Am Abend und am nächsten Morgen war für mich wieder die Gelegenheit um ein paar schöne Luftaufnahmen zu machen.







Am späten Samstagvormittag schlugen wir den Weg Richtung Bolter Kanal ein. Denn wir wollten sicherheitshalber nach 9 Tagen Fahrt und nächtlichem Heizen, für die nächsten 5 Tage noch einmal Gas tanken. Wir waren überrascht, dass wir nicht einmal die Hälfte des 130l Gas Vorrats verbraucht hatten. Lediglich 55 Liter zeigte die Tankuhr nach dem Volltanken an.






Unsere nächste Etappe war dann am Nachmittag bei wieder schönstem Wetter die Überquerung der Müritz mit dem Ziel Waren. Dabei bot sich uns ein interessantes Wolkenspiel am Himmel.



Am Abend im Stadthafen angekommen zog in der Nacht ein heftiges Gewitter durch. Aber am Sonntag Morgen strahlte uns die Sonne wieder an und wir erkundeten Waren wieder mit unseren Rädern.




Sehenswert ist hier für Gartenfans zum Beispiel der Schaugarten am Tiefwarensee. Aber auch vieles Andere gibt es in Waren zu sehen. Deshalb beschlossen wir hier ebenfalls eine zweite Nacht zu bleiben.






Am Montag ging es weiter nach Klink, wo wir für ein paar Stunden und einer kleinen Erkundung mit den Rädern, im Yachthafen festmachten. Am Schlosshotel Klink entstand dann diese Aufnahme.




Am Nachmittag fuhren wir bei reichlich Wellen über die Müritz nach Röbel. Wir erwischten am Abend gerade noch den Hafenmeister, um uns anzumelden.


Vom Hafen Röbel erreicht man zu Fuß in wenigen Minuten einen Supermarkt, in dem wir ein letztes mal unseren Proviant ergänzten.




Am nächsten Morgen machten wir uns mit den Rädern, durch Röbel auf nach Ludorf. Hier gibt es eine achteckige Kirche zu besichtigen.



Ludorf ist aber auch gut vom Wasserwanderrastplatz „Seebrücke Ludorf“, zu erreichen. Von dort ist es nur ein kleiner Spaziergang.


Mittags brachen wir dann auf nach Buchholz. Dieser kleine Hafen liegt idyllisch am Ende des Müritzarms.



Hier konnten wir, wie auch schon in anderen Häfen, für den nächsten Morgen frische Brötchen bestellen. Das Wetter ließ uns auch diesmal nicht im Stich so dass wir an Deck Frühstücken konnten.

Auf dem Rückweg in Richtung Rechlin machten wir einen kleinen Abstecher, durch einen schmalen Kanal im Schilf, in den Tralowsee. Dieser schmale Kanal ist nur bei ausreichendem Wasserstand zu befahren, worüber man sich besser im Vorfeld erkundigt. Dieser See, wie auch einige andere Seen, präsentierte uns zu der Jahreszeit ein Meer von Seerosen.



Wir fuhren weiter nach Rechlin wo wir am Stadthafen eine Mittagspause einlegten. Einen weiteren kurzen Stopp legten wir im Hafendorf Rechlin ein. Von dort war es nur noch eine knappe Stunde bis zum Bolter Kanal, wo wir die letzte Nacht verbrachten. Zwei wunderschöne Wochen waren leider vorbei.


Mit diesem Sonnenuntergang ging dieser traumhafte Boots Urlaub zu Ende.

Diese Tour war für uns eine sehr gute Mischung aus Boot fahren, die Natur genießen und die am Weg liegenden Orte erkunden. Dabei blieb immer wieder Zeit bei der vorbei ziehenden Natur, oder im Hafen die Seele baumeln zu lassen.

Der Voyager 860 bietet alles was man benötigt und macht einen flexibel in der Auswahl der Ziele. Egal ob man nur mal einige Tage, oder wie wir zwei Wochen unterwegs ist. Das Woterfitz Team war immer Hilfsbereit und hatte stets nützliche Tips.

Vielleicht kann dieser Bericht auch eine Anregung und ein Tourbeispiel für Andere sein.

Uns hatte es so gut gefallen, so dass wir schon im Spätsommer wiederkamen.


Liebe Grüße von Elke und Georg aus dem Rheinland